«Sassonia Felice»

Werke von J. S. Bach, J. D. Heinichen und G. Ph. Telemann

Leitung und Violine: Renate Steinmann
Sopran: Miriam Feuersinger

Freitag, 12. Mai 2017, 19.30 Uhr, Kapuzinerkirche Stans
Sonntag, 14. Mai 2017, 11.00 Uhr, Wasserkirche Zürich

Das vielfältige musikalische Wirken dreier sehr unterschiedlicher Komponisten aus de barocken Sachsen beleuchtet das Zürcher Barockorchester im kommenden Programm. Im Zentrum stehen dabei zwei geistliche Kantaten von J. S. Bach für Sopran und Orchester mit der Sopranistin Miriam Feuersinger als Solistin, die mit dem Ensemble die beliebte CD „La Dresda Galante“ eingespielt hat. Farbenreiche Solo- und Orchesterkonzerte von Telemann und Heinichen aus dem höfischen Umfeld ergänzen das Programm.



«Tromba Triumphans»

Im Herbst 2016 präsentiert das Zürcher Barockorchester Musik des 17. Jahrhunderts aus Mähren. Kremsier (Kromerice) in Ostmähren war seit dem 13. Jahrhundert Sitz der Erzbischöfe von Olmütz. Es verfügt über eine intakte Altstadt und intakte Archive, die die Musikpflege am Hof der Erzbischöfe hervorragend dokumentieren. Nach Verwüstungen im Dreissigjährigen Krieg begann die Blütezeit unter dem Bischof Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn (1623–1695), der die Stadt nicht nur mit wichtigen Bauwerken schmückte, sondern auch mit zahlreichen bedeutenden Musikern in Kontakt stand. Pavel Josef Vejvanovsky war seit 1664 am Hof als Kapellmeister und Trompetenvirtuose über 32 Jahre beschäftigt. Er komponierte rund 130 Werke, in denen die Trompete selbstredend eine prominente Rolle einnimmt und technisch sehr versierte Spieler erfordert. Während Vejvanosky sich stilistisch von Schmelzer beeinflusst zeigte, war er nicht ohne Wirkung auf Ignaz Franz Biber, der für kurze Zeit am Kremsierer Hof arbeitete. Biber nutzte jedoch eine Studienreise nach Salzburg, um sich dorthin abzusetzen. Nach einer Aussöhnung mit dem mährischen Bischof übersandte er noch viele seiner Werke nach Kremsier. Die alte Verbundenheit zum Hof drückte sich nicht zuletzt in der Tatsache aus, dass dort viele Werke Bibers von Vejvanovsky kopiert wurden. Philipp Jakob Rittler war katholischer Priester, der zunächst am Jesuitenkolleg in Opava tätig war und seit 1675 für einige Jahre in Kremsier wirkte, bevor er ins nahegelegene Olmütz ging. Wenn er auch in späteren Jahre vorwiegend geistliche Musik komponierte, sind aus seiner früheren Zeit auch Instrumentalwerke vorhanden, in denen häufig virtuose Violinpassagen vorkommen. Dies lässt darauf schliessen, dass er das Instrument selbst beherrschte. Karl von Liechtenstein-Kastelkorn pflegte intensive Verbindungen mit Wien und ermöglichte dadurch seiner Hofmusik eine beachtliche Repertoirebereicherung. Johann Heinrich Schmelzer etwa versorgte ihn regelmässig mit der neuesten Hofmusik aus Wien. Der kaiserliche Hoforganist Alessandro Poglietti trat an den Bischof heran, weil er dessen Hilfe in Erbschaftsangelegenheiten bedurfte und bedankte sich dafür mit Kompositionen aus seiner Feder. Aufgrund dieser glücklichen Konstellationen gehört das Musikarchiv des Kremsierer Schlosses heute zu den grössten und wichtigsten Beständen mit Barockmusik in Mitteleuropa.

Nicola Schneider

Mehr Info

«Das goldene Vlies»

von Franz Grillparzer
Musiktheaterproduktion

Musik von Nikolaus Matthes
Regie, Produktion und Musikalische Leitung · Nikolaus Matthes

10. März 2016, 18.30 Uhr
11. März 2016, 18:30 Uhr
12. März 2016, 17:30 Uhr
13. März 2016, 16:30 Uhr

Aula des Gymnasiums Oberwil/BL

Gemeinsam mit zwanzig Jugendlichen aus dem Kanton Basel-Land brachte das Zürcher Barockorchester im März 2016 Franz Grillparzers Trilogie «Das goldene Vlies» (Medea-Thematik 1822) als spartenübergreifende Musiktheaterproduktion zur Aufführung. Die Musik wurde für ein zweigeteiltes Instrumentalensemble und drei Sänger im früh- bis spätbarocken Stil für dieses Projekt neu komponiert und kommt unter der Leitung des Komponisten im Rahmen eines Education Projektes zur Uraufführung. Das Orchester wird in zwei Ensembles geteilt, die mit- und gegeneinander kontrastierend in je einem eigenen historischen Stimmungssystem arbeiten (mitteltönige Stimmung und temperierte Stimmung). Die Konfrontation dieser zwei grundsätzlich verschiedenen Systeme widerspiegelt den kulturellen Zusammenstoß zwischen Medea (Kolchis) und Jason (Griechenland).

Weitere Informationen und Filmvorschau bei Paunima Productions.